Weblogs als E-Portfolio

Michael Scheibel hat kürzlich auf Lehrer-online den Beitrag "Weblogs als E-Portfolio" verfasst, der besonders als erste Orientierung für Lehrpersonen Sinn macht. Leider fokusiert der Beitrag nur die technischen Aspekte von E-Portfolios mit Weblogs:
Für die Portfolioarbeit sind ebenfalls Web-Publikationswerkzeuge einsetzbar. Hier wird gezeigt, was Weblogs sind und wie sie als ePortfolio-Tool verwendet werden können.
Anmerkung zum Beitrag: Natürlich liessen sich E-Portfolios auch mit der Blog-Funktion von Educanet2 (Lern- und Arbeitsplattform für Schweizer Schulen) realisieren, wobei sich dieses Tool wohl eher für erste Versuche eignet. Wir haben unsere E-Portfolio-Erfahrungen mit einem mobilen Weblog (Moblog) der Firma Kaywa gemacht, der es zudem erlaubte, Texte und Fotos auch über das Handys aufs das Schüler/innen-Weblog zu publizieren. Einen weiteren Versuch zu E-Portfolios mit Schüler/innen werden wir voraussichtlich mit dem Open Source E-Portfoliotool Mahara realisieren.
ePortfolio4Kids
Abgeschlossenes Projekt an der Projektschule Impuls zu E-Portfolio mit Weblogs.


Unsere Erfahrungen mit Weblogs als E-Portfolio
Unser inzwischen abgeschlossenes Entwicklungsprojekt "E-Portfolio4Kids" an der Projektschule Impuls (Primarschule, 4-6. Klasse) an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG) hat aufgezeigt, dass das Führen eines E-Portfolios mit einem Weblog für alle Beteiligten in der Schule keine technischen Probleme bereitet. Viel schwieriger war es jedoch, dass die Schüler/innen über einen längeren Zeitraum das E-Portfolio mit wirklich sinnvollen Textinhalten füllten - dabei musste immer auch genügend Zeit für das Schreiben der Blogpostings im Unterricht eingeplant werden. Es brauchte also immer wieder Schreibanlässe, wo das E-Portfolio auch wirklich Sinn machte. Leider ist es uns nur bei wenigen Schüler/innen gelungen, dass sie auch von Zuhause selbständig ihr E-Portfolio mit Inhalten gefüllt haben. Eine Vorbedingung seitens der Eltern für das E-Portfolio-Projekt war, dass die Weblogs nicht im Internet öffentlich zugänglich sein durften.

Last but not least: Die Zeitressourcen der Lehrperson für das Begleiten der E-Portfolio-Weblogs einer Klasse ist letztlich ein entscheidender Faktor, ob das E-Portfolio-Experiment in der Schulstube gelingt. Die Herausforderung ist also einmal mehr nicht die Technik, sondern die Didaktik!

Abschluss des Lernateliers zum Thema Wasser

An fünf Samstagmorgen konnten interessierte SchülerInnen der Region Rorschach freiwillig am Lernatelier zum Thema Wasser teilnehmen. Das Lernatelier wurde von Studierenden der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen, Studiengang Kindergarten / Primarschulstufe, organisiert und durchgeführt. Bei der Arbeit mit den Kindern orientierten sich die zukünftigen Junglehrerinnen am Enrichment-Modell. Damit die Lernenden ihre Resulate einem grösserem Publikum - den Eltern, Geschwistern, SchulkollegInnen, ... - zeigen können, erhielt jede SchülerInnen-Gruppe ein eigenes E-Portfolio-Blog. Zudem sollten die Kinder auf dem E-Portfolio ihre Lerneindrücke festhalten. Nachstehend einige Screenshots einzelner E-Portfolios:

lernatelier3

lernatelier1

lernatelier2


Auch die Studierenden hielten ihre Reflexionen in einem E-Portfolio fest. Begleitet wurde das Lernatelier von Frau Marion Rogalla, Dozentin an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen.

Hier noch die Internetadressen zu den E-Portfolios, die zum Einsatz kamen:
- http://frosch.eportfolio4kids.kaywa.ch
- http://seegras.eportfolio4kids.kaywa.ch
- http://forelle.eportfolio4kids.kaywa.ch
- http://qualle.eportfolio4kids.kaywa.ch
- http://regentropfen.eportfolio4kids.kaywa.ch
- http://schneeflocke.eportfolio4kids.kaywa.ch
- http://nemo.eportfolio4kids.kaywa.ch (Reflexions-E-Portfolio der Studierenden)

Mein Lieblingsort - mit dem Handy unterwegs fürs E-Portfolio

Seit gut einem Jahr führen die Primarschüler/innen der Projektschule Im.Puls an der PHSG Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Galen (CH) ein persönliches E-Portfolio (Talentportfolio) und sammeln darin für sie wichtige Artefakte.

Am Montag starteten die Kids ausgerüstet mit einem Mobiltelefon (Handy) eine Erkundungstour rund ums Hochschulgebäude Mariaberg. Der Auftrag lautete von den schönsten Plätzen Fotos mit der Handykamera zu machen und dann ein ausgewähltes Foto noch vor Ort via MMS auf dem eigenen E-Portfolio zu publizieren.

Erkungstour1

Zurück im Schulzimmer mussten die Schüler/innen dann das eigene E-Portfolio aufstarten und einen passenden Titel und Text zum publizierten Foto schreiben. Diese Erkundungstour diente als Vorbereitung für das bevorstehende Thema "Mein Lieblingsort". Während dieser Übung wurde die Medienkompetenz im Umgang mit dem Mobiltelefon (Fotos machen, Fotos via MMS auf dem E-Portfolio publizieren) eingeübt. Die Kids hatten keinerlei Probleme die Aufgabe zu erledigen. Während den nächsten 2-3 Wochen müssen nun die Schüler/innen selbständig von ihrem Lieblingsorten der Stadt Rorschach mehrere Beiträge auf dem E-Portfolio publizieren.

Erkundungstour2

Das Mobile-Blogging wird von unserem E-Portfolio-System (Konvergenz-Blog der Firma Kaywa) unterstützt und ermöglich den Schüler/innen auch ausserhalb des Schulzimmers Fotos (Texte und Videos) auf dem eigenen E-Portfolio zu publizieren. Der Zugang zu den E-Portfolios der Schüler/innen ist aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes gegen aussem mit einem Passwort geschützt.

Nachstehend einige Ergebnisse:

Erkundungstour3

Erkundungstour4

Erkundungstour5

Erkundungstour6

Erkundungstour7

E-Portfolios im Kindergarten

Die Medienpädagogin Elisabeth Schallhart hat mit Ihren Kindern im Kindergarten erste Erfahrungen mit der Portfolioarbeit gesammelt. Die sogenannten "Kindergartengeschichten" lehnen sich stark an die Form des Digital Storytelling an. Dabei sollen durch das Nachdenken über das eigene Tun und durch das Erzählen aus der Sicht des Kindes die Erlebnisse, Lernerfolge aber auch Herausforderungen reflexiv betrachtet werden, und dies sollte dann die ganzheitliche Entwicklung fördern. Die Kindergärtnerin hat jeweils die Geschichten der Kinder als Powerpoint-Dateien auf eine CD-ROM gebrannt:
E-Portfolios im Kindergarten
Quelle: http://medienpaedagogik.kaywa.com/eportfolios/meine-kindergartengeschichte.html


Fazit:
Die Pionierarbeit von Elisabeth Schallhart ist sehr wichtig!

17.10.2007, 15:49: Text gestrichen aufgrund unvollständiger Informationen: (Allerdings glaube ich nicht so richtig an den Erfolg dieses Konzepts, weil alle Arbeiten mit Ausnahme des Erzählens die Kindergärtnerin hat und somit die Kinder bei der Produktion des E-Portfolios nur marginal beteiligt werden. Alleine das Transkribieren der Dialekttexte der rund 20 Kindergärtler ins Powerpoint benötigt wohl dermassen viel Zeit, dass nur sehr wenige Kolleginnen in Zukunft bereit sein werden, diesen Aufwand zu leisten.)

Eine Methode die Kinder selber aktiv handeln zu lassen wäre, wenn die Kindergärtler Ihre "Kindergartengeschichten" selber beispielsweise mit dem Handy als Audio-Reflexion aufnehmen würden und diese dann auf dem eigenen E-Portfolio (z.B. Kaywa Blog) mit Unterstützung der Kindergärtlerin publizieren würden. Dies hätte zudem den Vorteil, dass die Kinder ihre Audio-Reflexionen auch nachträglich selbstständig und mehrfach anhören können. Also Elisabeth, mach doch bitte weiter - vielleicht mit einem leicht angepassten Konzept :-)

Schulentwicklungsprojekt ePortfolio in Hessen gestartet!

Nicht nur bei uns an der Pädagogischen Hochschule Rorschach (CH), sondern auch in Hessen (D) sammeln die ersten Schulen mit ePortfolios ihre Erfahrungen. Mit in etwa den gleichen Zielen lässt sich unser Schulentwicklungsprojekt ePortfolio4Kids (Start Februar 2007) umschreiben. Allerdings befinden wir uns noch in der Erprobungsphase! Zum Schutze der Persönlichkeit sind alle Portfolios der SchülerInnen gegen aussen mit einem Passwort geschützt. Im Gegensatz zu Hessen erproben wir den Einsatz von ePortfolios im Unterricht nicht auf der Sekundarschulstufe, sondern mit einer 4.-6. Schulklasse (16 SchülerInnen) auf der Primarschulstufe. Weitere Schulklassen auf allen Schulstufen (Basisstufe /Mittelstufe / Sekundarstufe I ) sollen dann ab Herbst 2007 hinzukommen.

ePortfolio4Kids

Unsere Kids jedenfalls sind vollkommen begeistert von ihren Talentportfolios!
Hoffentlich können das gleiche auch die KollegInnen aus Hessen berichten. Sobald im Herbst 2007 erste Ergebnisse unserer Erprobung vorliegen, lohnt sich sicherlich ein Austausch mit den Verantwortlichen aus Hessen - ich freue mich jetzt schon darauf!

ePortfolio Hessen

Das Hessische Kultusministerium, das Staatliche Schulamt Gießen-Vogelsberg, die Stadt und der Landkreis Gießen, der Vogelsbergkreis sowie die Universität Gießen haben gemeinsam das Schulentwicklungsprojekt ePortfolio auf den Weg gebracht, in dem es darum geht, mit sechs ausgewählten Schulklassen im Schulamtsbezirk Gießen-Vogelsberg die Einführung eines ePortfolios im Schuljahr 2006 / 2007 zu erproben. Mit diesem Pilotprojekt soll nachhaltig die Lernkultur im Unterricht hin zu individualisierten und binnendifferenzierten Lernarrangements verändert werden. Schülerinnen und Schüler erlernen mit dem ePortfolio das Reflektieren und Präsentieren des Gelernten (Reflexions- und Präsentationskompetenz). Zusätzlich wird die Fähigkeit des konstruktiven und produktiven Umgangs mit neuen Medien geschult (Medienkompetenz). Diese Kompetenzen in der Sekundarstufe aufzubauen und nachhaltig zu stärken, liegt im Ansinnen des hier vorgestellten Schulentwicklungsprojekts.

Quelle: http://www.eportfolio-hessen.de/

Kontakt: matthias.c.fink@erziehung.uni-giessen.de

ePortfolio4Kids: Einführung in die Handy-Kameras

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